Wege zu einem glücklichen Hund

 

Wir sollten unseren Hunden sowohl in sozialer als auch in emotionaler Hinsicht Rückhalt und Unterstützung geben, zur Steigerung ihres Wohlbefindens und zur Verbesserung ihrer epigenetisch wirksamen Gesamtsituation – Stresssituation.

Denn aus den Verstrickungen unzähliger innerer und äußerer Einzelfaktoren können wir eine Vielzahl von Möglichkeiten der aktiven Einflussnahme ableiten.

Wir sollten täglich für eine ausreichende Phase voller Aktivität einerseits, aber auch für eine Phase der Ruhe andererseits im Verhältnis eins zu drei sorgen. In den aktiven Phasen können wir unsere Hunde trainieren, apportieren lassen, Fährten suchen lassen, Freilauf geben, Begegnungen mit Artgenossen zulassen, Spielen uvm. In den Phasen der Ruhe müssen wir ihnen die Möglichkeit der Regeneration und der Ruhe, vor allem des Schlafens geben.

Sehr wichtig :

Unsere Hunde benötigen täglich eine Ruhephase von 18 – 20 Stunden für eine ausreichende Regeneration!

Ein weiterer Aspekt für das Wohlbefinden unserer Hunde ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung (Nass-oder Trockenfutter, Barfen). Dabei ist es nicht wichtig
„wie“ sondern „was“ wir füttern! So muss die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe des Futters für unsere Hunde individuell entsprechend der körperlichern Aktivität und Belastung abgestimmt sein. Nahrungsinhaltsstoffe sollten demnach keine Schadwirkungen auf den Hund haben. Auch müssen wir schauen, inwiefern noch Verbesserungen hinsichtlich bestimmter epigenetischer Trigger möglich sind, damit der Hund eine gute Stressresistenz aufbauen kann.

Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette bilden in dieser Hinsicht für jede Nahrungsration die Grundlage.

Von hoher epigenetischer Relevanz sind Eiweiße, komplexe Verbindungen aus Aminosäuren, da die Aufnahme dieser methylgruppenreichen Nahrungsmittel (Fleisch, Eier, Innereien, usw.) eine Grundvoraussetzung für die Histonmodifikation (Methylierung/Acethylierung) darstellen.

Kohlenhydrate sind Zuckermoleküle unterschiedlicher Formen, die als Einfach– (Glukose = Blutzucker), Zweifach– (Fructose) und Mehrfachzucker (Stärke) vorkommen und für viele Stoffwechselvorgänge im ganzen Körper unerlässlich sind. Eine optimale Versorgung mit Kohlenhydraten ist unumgänglich, da alle im Gehirn ablaufenden Prozesse auf die Bereitstellung von Glukose angewiesen sind. Die epigenetische Relevanz von Kohlenhydraten besteht darin, dass sie im Zusammenspiel mit Aminosäuren an der Bildung bestimmter Neurotransmitter beteiligt sind und bei der Minderung oder der besseren Verarbeitung von Stress eine wichtige Rolle spielen.

Fette, bestehend aus Glyzerin und Fettsäuren, müssen in einem bestimmten Mengenverhältnis unseren Hunden zugeführt werden.

Vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie die Omega-3-Fettsäuren (ALA, EPA, DHA) und die Omega-6-Fettsäure (Linolsäure).

Von epigenetischer Relevanz ist eine gezielte Zuführung von Omega-3-Fettsäuren, die gezielt als Antioxidantien oxidativen Stress in den Zellen senken und somit typische Alterungsprozesse verlangsamen.

Mikronährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, haben gesundheitlich und epigenetisch eine besondere Bedeutung.

Vitamine sind wichtig, da ohne sie eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen nicht oder nicht reibungslos ablaufen können. Von epigenetischer Relevanz ist, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen mit einer höheren Telomerstabilität und deren Längenerhalt korreliert und somit Stress besser verarbeitet werden kann. Eine höhere Stressstabilität bedeutet aus epigenetischer Sicht, dass eine vorteilhafte Genregulation stattgefunden hat bzw. abläuft.

Mineralstoffe (Mg, Na, K, Ca, P, Cl-) und Spurenelemente ( Fe, J, Zn, Cu, Se) sind anorganische Verbindungen und unentbehrliche Bausteine, ohne die verschiedenste Stoffwechselvorgängen nicht reibungslos ablaufen.

Aufgrund der damit einhergehenden Minimierung von oxidativem Stress sind epigenetisch ebenso Mineralstoffe und Spurenelemente, wie auch Vitamine, relevant, die einen hohen Anteil an der Stabilität der Telomere, bzw. des Genoms haben.

Somit können wir festhalten, dass die Inhaltsstoffe des Futters unserer Hunde immer größere Bedeutung erlangen und wir dadurch eine der wertvollsten Möglichkeiten der Einflussnahme auf ein epigenetisches Finetuning haben, um unseren Hunden ein möglichst stressfreies und gesundes Leben zu bieten. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass auch die äußeren Rahmenbedingungen stimmen.

Für eine tierschutzgerechte Hundehaltung befürworte ich einen jährlichen Gesundheitscheck bei einem Tierarzt, so dass eventuelle pathologische Zustände so früh wie möglich erkannt werden, um dann die notwendigen medizinischen oder auch therapeutischen Maßnahmen einleiten zu können. In gewissen Zeitabständen sollte eine Blutuntersuchung ggf. auch eine Hormonstatusabfrage erfolgen, so können evtl. Mangelerscheinungen ausgelesen und therapiert werden.

Dieser nur sehr kleine Einblick in die Epigenetik und deren Bedeutsamkeit für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Hunde zeigt, welche Relevanz dieses Fachgebiet für die moderne Hundehaltung haben kann. Durch diese jüngsten Erkenntnisse können und sollten wir im Alltag aktiv auf das Wohlergehen unserer Hunde Einfluss nehmen. Dieses recht junge Fachgebiet ist abgesehen von der Wichtigkeit für den modernen Hundealltag von sehr großer Bedeutung für eine moderne Hundezucht. Es bleibt zu hoffen, dass diese Erkenntnisse dazu beitragen, dass Fehler, die bislang in der Hundezucht gemacht wurden, korrigiert werden und künftig nur positiv Einfluss auf die epigenetischen Vorgänge genommen wird.

Wir alle kennen doch diesen Werbespruch:

„Ist der Hund gesund, freut sich der Mensch“

 

 

 

 

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